Die Verfassung Boliviens

Im indigenen Prinzip des "guten Lebens- Vivir Bien" sind alle Grundbedürfnisse gesichert wie z.B.:

1. Essen
2. Trinken
3. Strom
4. Telekommunikation
5. Medizin
6. Bildung.

Dadurch ist: das soziale Leben erfüllend und es befindet sich im Einklang mit der Natur.

 

Dies ist als rechtliche Grundlage in die Verfassung aufgenommen. Wie keine zuvor schützt sie dazu das Individuum durch liberale staatsbürgerliche Rechte.

Erstmals wird die "PACHA MAMA"- GROSSE MUTTER, als philosophisch-juristische Kategorie zur Sicherung des Allgemeinwohls wieder in eine Verfassung aufgenommen.

Das umfasst die Umsetzung kosmischer Gesetze auf der Erde wie folgt:

" Naturgüter und öffentliche Leistungen gelten als Menschenrecht und dürfen nicht privatisiert werden. Die natürlichen Ressourcen des Landes sind ab sofort gemeinschaftliches Eigentum.


" Auch Land ist Gemeinschaftsgut und für Grundbesitz gilt eine Obergrenze von 5000 Hektar. Wenn privates Land seine "landwirtschaftliche und soziale Funktion" nicht erfüllt, darf es vom Staat beschlagnahmt werden.


" Wasser, Strom und Telefon sind zukünftig Menschenrechte, die kein privates Handelsgut sind, sondern öffentliche Dienstleistung. Wichtige Wirtschaftszweige wie Öl, Gas, Telekommunikation, Transport, Wasser und Strom werden daher Allgemeingut.


" Erstmals erhalten einzelne Minderheiten und Mehrheiten an der Bevölkerung im Land, wie Indigenas, umfassende Rechte zur kulturellen Selbstbestimmung, inklusive eigenständige Verwaltung und Rechtsprechung.


" Demokratie wird durch außerparlamentarische-, kommunale und indigene Autonomien, sowie durch Raum für Selbstverwaltung dezentralisiert.


" Die Verfassung gewährt das einklagbare Recht auf gesunde Ernährung, klares Trinkwasser, kostenlose Bildung und Gesundheitsfürsorge und angemessenen finanziellen Unterhalt für jeden Bürger des Landes.

Deshalb zehn Gebote, um den Planeten, die Menschheit und das Leben zu retten:

(1) Mit dem Kapitalismus aufhören,
die finanziellen Schulden des Südens werden gegen ökologischen Schulden/Schaden des Nordens verrechnet.

(2) Auf Kriege verzichten.
Sie sind die größte Verschwendung und Plünderung von Leben und natürlichen Ressourcen. Die Gelder, die für Todestechnologie ausgegeben werden, müssen bereits jetzt in Fonds zur Rettung des Lebens auf diesem Planeten und damit auch der Menschheit fließen.

(3) Eine Welt ohne Imperialismus und Kolonialismus.
Bisher funktioniert unsere Welt nur indem der Eine den anderen beherrscht, unterwirft und kontrolliert. Dieses System beruht nicht auf Liebe, sondern Konkurrenz. Es zerstört sich damit selbst. Eine Gemeinschaft kann nur überleben durch Ergänzung und damit Vollständigkeit/Ganzheit.

(4) Das Wasser als Recht aller biologischen Lebewesen.
Ohne Wasser gibt es auf der Erde kein biologisches Leben. Der (süße- trinkbare) Grundwasservorrat geht aber weltweit zurück. Um uns mit dieser Weltkrise des sauberen Wassers auseinanderzusetzen, müssen wir damit anfangen, den Zugang zu Wasser als Menschenrecht zu erklären und folglich als öffentliche Dienstleistung, die nicht privatisiert werden kann. Wenn das Wasser aber privatisiert und vermarktet wird, können wir kein Wasser für alle garantieren. Damit ist es fundamental, das Recht auf freien Zugang zum Wasser als Menschenrecht zu erklären.

(5) Saubere- und umweltfreundliche Energiearten.
Einige Daten ermöglichen uns zu verstehen, was in der Welt im Hinblick auf die Anwendung von Energie und ihre Beziehung zur Natur vor sich geht. Die Entwicklung sauberer- und umweltfreundlicher Energien ist eine weitere- und grundlegende Aufgabe zur Rettung des Planeten, der Menschheit und des Lebens.

(6) Achtung vor der Mutter Erde.
Die Schändung unserer Mutter Erde und aller Ihrer Lebewesen werden wir mit der Kraft der Erkenntnis und der Liebe zur Schöpfung entgegenwirken. Die Erde kann nicht nur als eine natürliche Ressource angesehen werden. Wir respektieren die Natur, ehren unsere Mutter Erde und erkennen die Naturgesetze als höchstes Gesetz an.

(7) Die Grunddienstleistungen als Menschenrecht.
Der Zugang zu Wasser, Energie Bildung, Kommunikation, Gesundheit Transport ist ein Grundrecht, dass jeder Staat seiner Bevölkerung als grundlegendes Menschenrecht garantieren muss. Diese Dienstleistungen können nicht zu privaten Geschäften gemacht werden. Sie müssen zur Grundlage der öffentlichen Dienste werden.

(8) Verbrauchen, was notwendig ist, und Konsum des lokal Produzierten.
Wir müssen Schluss machen mit dem Konsumismus, der Verschwendung und dem Luxus. Im ärmeren Teil des Planeten verhungern jedes Jahr Millionen von Menschen; gleichzeitig werden im reicheren Teil des Planeten Millionen Dollar ausgegeben, um die Fettleibigkeit zu bekämpfen. Wir verbrauchen im Exzess, wir vergeuden Naturressourcen und produzieren Müll, der die Mutter Erde vergiftet. Verbrauchen, was notwendig ist, und dem Verbrauch dessen, was wir lokal produzieren, den Vorrang geben. Das ist von erstrangiger Bedeutung, um den Planeten, die Menschheit und das Leben zu retten.

(9) Respekt vor kultureller und wirtschaftlicher Vielfalt
Der Kapitalismus reduziert die Menschen auf ein Leben als Konsumenten. Wir- die indigenen Völker dieses Planeten- glauben nicht an Einheitslösungen für alle. Menschen sind verschieden. Wir leben in Gemeinschaften mit Identitäten, mit eigenen Kulturen. Eine Kultur zu zerstören, Die Identität eines Volkes anzugreifen- das ist der größte Schaden, den man der Menschheit zufügen kann.

(10) "Vivir Bien"- das gute Leben
Wir - die indigenen Völker dieses Planeten- wollen einen Beitrag leisten für eine gerechte-, vielfältige- und ausgeglichene Welt, die einschließt und nicht ausgrenzt. Wir sagen "Vivir Bien"- das gute Leben. Ich denke, dass wir Menschen unsere Wurzeln wieder entdecken können und sollten. Ich glaube daran, dass die Menschheit eine gerechtere Welt aufbauen kann. Eine vielfältige Welt, die integriert und ausgeglichen ist, eine Welt im Einklang mit der Natur, mit der Mutter Erde.